EMV-Normenkonsolidierung – ob es Ihnen nun passt oder nicht, sie findet nun statt

28. Februar 2017 von Jeff Schnabel

EMV-Normenkonsolidierung – ob es Ihnen nun passt oder nicht, sie findet nun statt

Die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ist etwas, das uns alle angeht. Die Probleme, die durch elektromagnetische Beeinflussung (EMB) verursacht werden, sind seit Langem bekannt, und Vorschriften zur Begrenzung der Strahlungsemissionen sind seit Jahrzehnten vorhanden. Dies ist zweifellos der Fall im Bereich der IT-Ausrüstung, der Rundfunk- und Fernsehempfänger sowie bei diversen professionellen Audio-, Video- und Lichtsteuergeräten, bei denen seit den 1980er und 1990er Jahren die Einhaltung einer Reihe von Normen erforderlich ist. Warum ersetzt die EU dann jetzt drei bestehende Normen durch eine neue Norm, die alle „Multimedia“-Geräte regelt? Und vor allem, was bedeutet dies für die Hersteller dieser Geräte und deren Zulieferer?

Zuerst einmal muss man sich vergegenwärtigen, dass das alles jetzt passiert. Die Veröffentlichung der neuen Norm EN55032 im Amtsblatt der Europäischen Union im letzten Sommer schreibt vor, dass alle für Europa bestimmten Multimedia-Geräte§ die Norm ab dem 5. März 2017 einhalten müssen. Und da es bei der neuen Norm keinen Bestandsschutz gibt, müssen bereits bestehende Produktdesigns neu beurteilt werden, um die Konformität zu gewährleisten und ggf. mit den neuen Anforderungen in Einklang zu bringen.

Zuvor definierte die EN55022 die EMV-Konformitätsanforderungen für IT-Geräte, EN55013 galt für Ton- und Fernsehempfänger sowie zugehörige Geräte und EN55103 galt für Audio-, Video- und Entertainment-Beleuchtungsgeräte für die professionelle Nutzung. Alle diese Normen hatten im Wesentlichen die gleiche Absicht, doch ihre genauen Anforderungen und Prüfmethoden wurden für die jeweils betroffenen spezifischen Arten von Geräten entwickelt.

Da die EN55032 die Anforderungen der ersetzten Normen beinhaltet, können im Rahmen dieser neuen Norm zusätzliche Konformitätstests für bestimmte Geräte erforderlich sein. Zum Teil liegt dies an dem breiteren Umfang der EN55032, die sich stärker auf die Schnittstellen und Anschlussarten des zu prüfenden Geräts sowie die zugehörigen Anschlüsse und Kabel, die am häufigsten die Emissionsquellen sind, bezieht. Beispielsweise gibt es keine Definition mehr für einen „Telekommunikationsanschluss“, da dieser jetzt durch die umfangreichere Beschreibung eines „kabelgebundenen Netzwerkanschlusses“ abgedeckt ist. Multifunktionsanschlüsse müssen ebenso die Anforderungen aller relevanten Anschlussarten erfüllen, die sie unterstützen. Darüber hinaus enthält die Definition der höchsten Frequenz, die in einem zum prüfenden Gerät erzeugt oder verwendet wird, nun alle Frequenzen, die innerhalb einer integrierten Schaltung erzeugt werden.

Außerdem ist in der EN55032 die Bereitstellung von Strom in einem zu prüfenden Gerät genauer definiert. Die Wechselstromanschlüsse unterliegen Prüfungen für leitungsgebundene und abgestrahlte Störungen und ein zu prüfendes Gerät gilt als betriebene Stromversorgung, wenn es von einem dedizierten AC-DC-Netzteil betrieben wird. In diesem Fall muss das zu prüfende Gerät entweder mit dem vom Gerätehersteller gelieferten Adapter oder mit einer repräsentativen Stromversorgung geprüft werden. Beachten Sie, dass ein zu prüfendes Gerät mit einem Gleichstromanschluss nur dann als mit Gleichstrom betrieben gilt, wenn es nicht von einem dedizierten Netzteil oder einem Power-over-Ethernet (PoE)-Anschluss mit Strom versorgt wird. Wobei auch darauf hingewiesen wird, dass ein PoE-Anschluss unter die Definition (und damit die Konformitätsanforderungen) eines kabelgebundenen Netzwerkanschlusses fällt.

Im Hinblick auf die Stromversorgung gilt die EN55032 daher sowohl für Multimedia-Geräte mit eingebauter Stromversorgung als auch für Geräte mit externem Netzadapter. Bei Modellen, bei denen der externe Netzadapter ein Bauteil eines anderen Anbieters ist, muss der Endgerätehersteller sicherstellen, dass das Gerät bereits mit der EN55032 konform ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Gerätehersteller die Konformität seines Geräts mit diesem externen Netzgerät nicht prüfen muss. Es ist allerdings ziemlich klar, dass ein Adapter, der mit der EN55032 nicht konform ist, wahrscheinlich zu einer nicht bestandenen Konformitätsprüfung des zu prüfenden Geräts führen würde. Zu beachten ist auch, dass der Stromversorgungshersteller seine CE-Konformitätserklärung (DoC) aktualisieren muss, um die EN55032-Konformität anzugeben, da die CE-Dokumentation nicht auf die älteren Normen verweisen kann.

CUI Inc produziert und liefert eine große Reihe externer Netzadapter in Steckdosen- und Desktop-Konfigurationen. Diese Netzadapter erfüllen strenge behördliche Vorgaben für Sicherheit, Effizienz und EMV-Konformität. Sämtliche Modelle von CUI erfüllen jetzt die Norm EN55032 und bieten eine unbesorgte Auswahl für OEMs, deren Märkte Europa und andere Gebiete wie Australien, Neuseeland und Korea einschließen, in denen die EN55032-Prüfmethoden entweder ganz oder teilweise eingeführt werden.

Erfahren Sie mehr über unsere EN55032-Konformitätsmodelle: www.cui.com/level-vi-external-ac-dc-power-supplies

  • † EN55022-Termine ab 1987, EN55013 ab 1990 und EN55103 ab 1996.
  • § Medizinische Geräte sind befreit von EN55032.

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Jeff Schnabel

Jeff Schnabel

VP of Global Marketing

Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Elektronikindustrie besitzt Jeff Schnabel eine Fülle von Wissen über die Produkte, Technologien und Normen, die für Design-Ingenieure von Interesse sind. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, CUI als Vordenker in der Branche zu etablieren: Er entwickelte die umfangreiche Bibliothek der Ingenieurressourcen und -werkzeuge, weitete die globale Marke von CUI aus und positionierte das Unternehmen für zukünftiges Wachstum. In seiner Freizeit geht Jeff gerne Wandern, auf Reisen und verbringt Zeit mit den Kindern. Von Zeit zu Zeit versucht er sich als Wettbewerbsesser.

 
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